14
ſetzte er auch ſein Pferd in Bewegung und blieb neben den Andern.
Als ſie um die Ecke des vorhin erwähnten Hauſes bogen, lag in der That der Strand nahe vor ihnen. In⸗ deſſen war es nicht die offene See, die ſie erblickten, ſon⸗ dern nur ein ſchmaler Meeresarm rollte zwiſchen dem Feſt⸗ lande und einem drüben ſich rechts hin erſtreckenden grünen Gelände ſeine kleinen Wellen.„Das iſt Engelsöe,“ ſagte Hohenfeld hinüberdeutend,„und dahinten die Abtei.“ Und indem traten die Pferde auch ſchon in das Waſſer und zogen den Wagen langſam über den ebenen Grund vor⸗ waͤrts, dem andern Ufer zu. Von Gefahr war bei dieſer Fahrt keine Rede, das Waſſer war ſeicht und reichte auf der tiefſten Stelle nicht über die Naben der Räder hin⸗ aus.— Für einen höheren Waſſerſtand und für Fußgänger lagen eine rohe Fähre und ein paar Böte am Ufer bereit.
Drüben nahm ſie eine dreifache Allee alter Linden auf, die zwiſchen üppig grünenden Wieſen gerade auf das Schloß zuführte. Die Männer ſprachen nicht. Die beiden Alten ſchienen mit allerlei Gedanken zu thun zu haben— Absberg ſtreifte zuweilen den Fremden mit einem flüch⸗ tigen, nachdenklichen Blick und kaute an den Spitzen des kurzen grauen Bartes, der auch ſeine Oberlippe bedeckte. Ruprecht ſah ſich die Umgebung an— die ſchon erwähn⸗ ten Wieſen, auf denss ſich einige Gruppen weidender Pferde zeigten, die prachtvoll gewölbte Allee, das immer


