zehnten Jahrhundert und blühen nun nur noch hier fort. Laßt Euch das von ihm ſelber erzählen. Er thut's bei Ge⸗ legenheit ſchon.“
Der Hörer ſchüttelte den Kopf.„Was Sie da ſagen, macht mir meine Stellung immer weniger behaglich,“ meinte er.„Ich werde es zu allen Uebrigen alſo auch noch mit einem hochmüthigen— Menſchen zu thun—
„Mit einem Hochmüthigen?“ unterbrach ihn der An⸗ dere lebhaft.„Ihr irrt, Schatz. Absberg hat nur den ſchicklichen Stolz, nichts weiter, und im Verkehr mit ande⸗ ren Ständen kann Niemand höflicher ſein. Ernſt iſt er und nicht zum Spaß auſgelegt, das iſt wahr. Aber er hat ſchon Grund dazu. Sein Bruder dagegen, mein alter Hans Adam— beim Blitz noch einmal, Lupus in fabula!“ brach er ab und deutete nach vorn, wo von einem rück⸗ wärts liegenden, unter großen alten Linden faſt verborge⸗ nen Hauſe eben ein Reiter an der Mauer des Kirchhofes entlang ihnen entgegen kam. Denn ſie hatten inzwiſchen das Dorf auf der ungewöhnlich guten Straße durchmeſſen und ſahen rechts den Kirchhof mit der alterthümlichen klei⸗ nen Kirche, das erwähnte Haus unter den Linden und ein paar andere benachbarte Gebäude neben ſich. Links öffnete ſich der Platz hinter dem letzten Hauſe auf dieſer Seite, wie. es ſchien, dem Strande zu, der hier ganz nahe ſein mußte:
Thomas hatte ungeheißen die Pferde unter einer großen Kaſtanie angehalten, welche auf dem Kirchhofe ſte⸗


