Alt⸗Ruhnecks Ende. 257
denen ſich auch die alten Rudhards angeſchloſſen hatten, nach Greiffenſee. Im erſteren Orte wollten ſich alle bald wieder zuſammenfinden, um in der Stille Eckhards Verbin⸗ dung mit Reginen zu feiern. Das alte Schloß auf der nun einſamen Höhe blieb ſeitdem verlaſſen und verfiel bald mehr und mehr.—
Wir haben wenig hinzuzuſetzen, was die Leſer ſich nicht ſelber und beſſer ſagen könnten, als wir es mitzu⸗ theilen vermögen. Nach wenigen Monaten wurden Eckhard und Regine ein Paar, und noch im Anfange unſeres Jahr⸗ hunderts lebten ſie bejahrt und hochgeehrt bald auf Neu⸗ Ruhneck, bald auf Greiffenſee, froh, innig und einig, in einem Glück und Frieden, ſo reich ſie dem Menſchen nur zu Theil werden können. Bis an ihr Lebensende machten ſie wahr, was vordem, in den erſten Jahren ihrer Ehe, die Baronin Bergen wohl hie und da zu dem General— er hatte ſeinen Abſchied genommen und lebte bei der Schweſter in Greiffenſee— geſagt hatte, wenn ſie Beide das junge glückliche Paar einmal beobachteten:„es muß wahr ſein, mein Theurer, die Jungen verſtehn's doch froh und glücklich zu ſein, ſie ſind heiterer und menſchlicher als wir Alten, und geehrt, General! Alt⸗Ruhnecks Ruin ſcheint mir kein Verluſt mehr. Gott ſegne die Kinder!“
Und Gott ſegnete ſie auch, wie ſchon bemerkt, mit Liebe, Einigkeit und Zufriedenheit, mit allem, was er ſeinen Geliebteſten gönnt.
Ein unbegrenztes Glück gewährt er freilich niemand,
Hoefer, Ruhneck. 3 17


