Druckschrift 
Die Alten von Ruhneck : eine Erzählung aus älterer Zeit / von Edmund Hoefer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

256 Alt⸗Ruhnecks Ende.

Bah doch! entgegnete der General kräftig, aber auch er ſchaute jetzt ernſt darein;du weißt es wohl, Schwe⸗ ſter, Bruder Rüdiger hat vorhin noch Frieden gemacht mit den Seinen ſag ſelbſt, hätte das ein Anderer der Alten gethan? So ſoll er denn auch im Tode hinfort von jenen und als der Erſte des neuen Stammes und der neuen Zeit drunten im Ort, in der alten Kreuzkirche ruh'n. Im Kapellenthurm iſt kein Platz mehr für uns. Und indem er Eckhard die Rechte hinbot und ſeinen ſich erhei⸗ ternden Blick von ihm und Reginen zu Ulrich hinüber⸗ gleiten ließ, der den Arm leicht auf die Lehne von Beatrix' Seſſel geſtützt hatte, fuhr er fort:und ſchau dir dieſe hier an, Schweſter Hedwig, ſchau dies Fleiſch und Blut, ſehen ſie dir darnach aus, als ob mit ihnen die neuen Ruhneck keinen Beſtand in der Welt haben könnten? Ruhneck oben! ſag' ich.

Mit Gott! ſagte Agnes Rudhard von ihrem Lehn⸗ ſtuhl aus, während die Baronin und die Andern den alten Wahlſpruch des Geſchlechts dem General bewegt nach⸗ ſprachen.

Und da ſetzte der Letztere kräftig hinzu:ja, mit dem Herrgott und mit uns ſelbſt! Die Chronik iſt verbrannt; wir müſſen uns fortan nicht auf alte Ueberlieferungen ſtützen, ſondern auf uns ſelbſt und auf das Leben.

Als ſie nach einigen Tagen Rüdigers Leiche in der neuen Gruft, in der Kreuzkirche drunten, zur Ruhe gelegt, zogen ſie von dannen, der General mit Eckhard, Beatrix und Ulrich nach Neu⸗Ruhneck, die Baronin mit den Ihren,