254 Alt⸗Ruhnecks Ende.
Eine Bewegung des Schreckens ging durch die Reihe der Anweſenden; ſelbſt die Baronin ſah bleich aus.
Da richtete Eckhard ſich auf und ſah feſten Blicks umher.„Onkel,“ ſagte er dann kurz,„Sie übernehmen die Leitung der Löſchanſtalten. Ich will die Leiche des Vaters und unſere arme Agnes in den Thurm am Waffen⸗ hof hinüberbringen laſſen, wo keine Gefahr für ſie ſein wird. Die Damen folgen mir. Ihr, Breuning und Rudhard, ſorgt dafür, daß die Familien⸗Urkunden und Kleinodien gerettet werden. Sie ſind hier nebenan, im Kreuzzimmer. Schlagt die Thür ein. Ich bin ſogleich wieder bei euch, Kinder.“
Und wie er befohlen, geſchah es in Ordnung und Ruhe, und ſie brauchten auch nicht ſo ſehr zu ſorgen und zu eilen, denn dieſer alte Bau war zu feſt, um ihren Weg hinaus abzuſperren oder zu einem gefährlichen zu machen.
An ein wirkliches Löſchen, an die Erhaltung des Schloſſes war freilich, wie ſich ſogleich zeigte, nicht zu denken. Trotz der maſſiven Mauern fraß das Feuer in dem vielen uralten Gebälk und zumal in den neueren, leich⸗ ter gebauten Theilen furchtbar ſchnell und unbeſieglich vor⸗ wärts, und da auch das Waſſer nicht im Ueberfluß vor⸗ handen war, vermochten die Löſchenden bald nirgends mehr
nachhaltigen Widerſtand zu leiſten, und man mußte nur:
noch darauf Bedacht nehmen, die Außenthürme und die übrigen Gebäude vor der gewaltigen Glut zu ſchützen. Deſſenungeachtet war es ſchon längſt Nacht geworden, als der General mit Eckhard und Ulrich zuerſt wieder bei den


