Alt⸗Ruhnecks Ende. 253
uns getreu, ſo wollen wir auch dir getreu ſein. Ruhneck oben!“
Laut klang das kecke Wort im bisher todtenſtillen Ge⸗ mache wieder, aber auf den Mienen der Beamten und Diener zeigte ſich dabei dennoch eine Art von Unbehaglich⸗ keit oder gar Beſtürzung, denn der General hatte, wie ſie alle wußten, die alten Begrüßungs⸗ oder Einſetzungsworte für den neuen Gebieter gar ſehr verändert. Sie ſahen ein⸗ ander an, der Rentmeiſter trat vor—
Die Baronin und alle zuckten mit der Hand nach den Augen, ſo grell war der Blitz, der herabſchoß und das Gemach mit blendendem Licht erfüllte, und der Donner rollte mit betäubendem Schlage hinterdrein, ſo daß für eine Weile keiner der Anweſenden eines Lautes mächtig war. Im nächſten Augenblick hörten ſie jedoch ſtürzende Schritte den Corridor entlang kommen, ein Diener zeigte ſein leichen⸗ blaſſes Geſicht an der noch offen ſtehenden Thür und flü⸗ ſterte dem zunächſt Stehenden etwas zu, was ſich raſch bis zum Kreiſe der Familie fortpflanzte. Und ſtatt der Worte, die er etwa im Sinne gehabt, redete der Rentmeiſter zu Eckhard:„gnädiger Herr, der Blitz hat am Kapellenthurm gezündet, und das Feuer durchfliegt bereits den ganzen neuen Bau.“.
Er hatte noch nicht ausgeſprochen, als ein anderer Diener herbeieilte.„Es brennt auch hier nebenan, im Mittelbau,“ meldete er haſtig.„Die gnädige Herrſchaft kann nicht mehr durch den großen Saal.“


