25² Alt⸗Ruhnecks Ende.
Luft draußen verſchwand der Sonnenglanz, allein es achtete keiner darauf. Nur die Baronin trat einmal ans Fenſter und ſchaute flüchtig nach den dunklen ſchweren Wolken, welche wie neulich, nach mehreren wundervoll ſchönen, faſt ſommerlich warmen Tagen ein jähes Ende derſelben drohten und immer höher und höher über die das ‚Moos' begren⸗ zenden Berghöhen emporquollen. Dann kehrte die alte Dame aber ſtill und leiſe zu ihrem Platze zurück und ſtützte ſchwermüthig das Haupt feſt in die Hand.
Die Athemzüge wurden röchelnder und kehrten in immer längeren Pauſen wieder, mehrfach übertäubt vom bereits nahe rollenden Donner. Die Uhr auf dem Eck⸗ tiſchchen ſchlug hellklingend Fünf, da ſah Eckhard des Arztes haſtigen Wink und eilte mit den andern wieder an das Lager. Der General ſchritt zur Thür, öffnete ſie und ließ die dort harrenden alten Diener und Beamten des Hauſes eintreten. Darauf erſt folgte er den Seinen. Eckhard ergriff die Hand des Sterbenden, der General beugte ſich nochmals auf die bleiche, kalte Stirn; beide fühl⸗ ten ein leichtes Zittern in dem ſonſt regungsloſen Körper, und als ſie ſich langſam aufrichteten, war das Leben aus der Hülle für immer entflohen.
Die Züge des Generals zogen ſich düſter zuſammen
und man bemerkte ohne Mühe, daß er erſt nach einem
kurzen Zögern einen Schritt gegen Eckhard vortrat, ihm die Hand bot und ſprach:„ſo ſei uns denn willkommen als Herr und Graf Alt von Ruhneck, mein Sohn. Sei du
—,——


