Druckschrift 
Die Alten von Ruhneck : eine Erzählung aus älterer Zeit / von Edmund Hoefer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Alt⸗Ruhnecks Ende. 251

hinterlaſſen. Segne deine Kinder, wie ſie und wir dich ſegnen.

Die beiden Paare hatten ſich leiſe und unwillkürlich zuſammengefunden und ſtanden Hand in Hand vor dem Lager. Das Auge des Grafen ging wieder langſam und ernſt von einem zum andern, aber als es auf Reginens Geſicht weilte, war es faſt, als wolle ein leiſes, leiſes, mildes Lächeln in ihnen aufleuchten. Das währte aber nur einen Augenblick, dann ſchloſſen ſich die Lider, durch die bis dahin noch immer gleichſam erſtarrten Züge zog eine leichte Bewegung, vor der ſich ſichtbar ihr ruhiger Ernſt milderte, und als Eckhard ſich bald darauf zum Vater niederbeugte, um ſeine Hand zu küſſen, glaubte er's an den Athemzügen zu ſpüren, daß der Kranke ſchlief.

Der Arzt trat auf ſeinen Wink heran und beobachtete ernſt und lange den Zuſtand des Grafen. Dann winkte er ſich aufrichtend die Anweſenden ins Vorzimmer hinaus und ſagte dort zu ihnen:der Herr Graf wird nicht wie⸗ der erwachen. Bleiben die Herrſchaften hier, denn es geht ſchnell zu Ende, und zwar, durch Gottes Gnade, leicht und friedlich. Er trat ins Krankenzimmer und ans Bett zu Agnes zurück.

Die Uebrigen hielten ſich ſchweigend im Vorzimmer, deſſen Thür geöffnet blieb. Es war niemand unter ihnen, deſſen Augen und Gedanken ein anderes Ziel hatten als den, deſſen Athemzüge nach und nach immer hörbarer und röchelnder zu ihnen herüberklangen.

Es wurde dämmerig in den Zimmern, und aus der