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Die Alten von Ruhneck : eine Erzählung aus älterer Zeit / von Edmund Hoefer
Entstehung
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250 Alt⸗Ruhnecks Ende.

verſunken, als die Thür raſch geöffnet wurde und ein Diener mit einer Botſchaft des Arztes an Eckhard eintrat. Es bereite ſich bei dem Grafen etwas Entſcheidendes vor, ließ der Arzt melden, das Bewußtſein ſei anſcheinend völlig zu⸗ rückgekehrt, obſchon Sprache und Bewegung fehle. Er zweifle aber, daß dieſer Zuſtand von Dauer ſein werde und meine ſetzte der alte Diener ſtockend hinzu das Ende werde hiernach raſch kommen.

Die jungen Leute brachen erſchüttert ſchnell auf und trafen unterwegs mit den Anderen zuſammen, welche im Saal die gleiche Nachricht erhalten hatten. Vereint betraten ſie das Sterbezimmer. Sie fanden es, wie der Arzt ver⸗ kündigt der Kranke wachte und erkannte ſie alle. Sein Auge ging ſtill und klar von einem zum anderen.

Der General trat zu ihm und küßte, ſich über ihn

beugend, die bleiche Stirn.Der Herrgott ſtärke und be⸗ hüte dich, Alter! ſagte er, indem er ſich erſchüttert wieder aufrichtete.

Ein Blick des Sterbenden dankte ihm, dann aber wandte ſich das Auge langſam, aber unverkennbar zu Eck⸗ hard und Beatrix, zu Reginen und Ulrich und blieb endlich auf dem ſtarren Geſicht ſeiner Schweſter haften, als wolle er ſie auffordern zu reden.

Und ſie verſtand ihn und ſprach, und die alte ſtarke 3

Frau war ſo ergriffen, daß ihre Worte kaum vernehmbar wurden:ich wußte es ja, Bruder, du würdeſt nur in Frieden von uns gehn wollen und uns allen auch Frieden