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Die Alten von Ruhneck : eine Erzählung aus älterer Zeit / von Edmund Hoefer
Entstehung
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248 Alt⸗Ruhnecks Ende.

und der Himmel glänzte blau über ihnen, und die Sonne ſtrahlte golden, es war alles Frieden umher und Ruhe und feiernde Stille. Vom Thal drunten ſchallten die ſchweren Schläge des Kupferhammers dumpf und vernehmbar durch die ruhenden Lüfte herauf.

Hinter ihnen, in einer Fenſterniſche des Saals ſtand noch ein Paar, das hatte ſich, obſchon Beide in den letzten Tagen nicht mehr die inneren Kämpfe zu beſtehn hatten, wie Eckhard und Regine, gleichfalls heute zum vollen, in⸗ nigen Verſtehn zuſammengefunden. Beatrix' und Ulrichs Stellung war eine klare und, da von allen dazu Berech⸗ tigten niemand Einſpruch that, auch eine feſte und ſichere. Wie Eberhard ſich benommen, war Beatrix äußerlich noch freier als in ihrem Herzen, in welchem, was ſie bisher für ihre träurige Pflicht gehalten, ſo ſchnell nicht verklingen konnte. Aber auch in ihm gewann die Liebe bald den Sieg, um ſo mehr, da niemand, wie geſagt, auch nur einen mißbilligenden Blick dagegen hatte, und Ulrich in den Augen aller ſo hoch ſtand, wie kein anderer Mann.

Eckhard hatte auf ſeines Vaters Schreibtiſch einen vollendeten Brief an den Treuloſen gefunden, der mit ru⸗ higem, feſtem Ernſt demſelben die Entſcheidung ausſprach.

Es iſt möglich, hatte der Graf geſchrieben,daß die ganze Sache ſich anders verhält, und daß Ihr, ſchwankend für jetzt, Euch noch ermannen und den wirklichen Bruch vermeiden wolltet. Aber derjenige, dem ein Ruhneck ſein Kind anvertrauen ſoll, darf weder ſchwanken, noch darf der