Druckschrift 
Die Alten von Ruhneck : eine Erzählung aus älterer Zeit / von Edmund Hoefer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

246 Alt⸗Ruhnecks Ende.

jetzt und von Herzen thue. Nun will ich aber nach ihm ſehn, wir hören ja gar nichts von drüben.

Wir wiſſen ſchon, daß ſie anderes erfuhr, als ſie er wartet hatte, und daß ihre Abreiſe durch des Grafen Zu⸗ ſtand unmöglich gemacht wurde. Noch mehr als ſie ſelbſt wurde Regine dadurch erſchüttert, die in ihrer jetzigen be⸗ wegten, noch bebenden Stimmung alles Geſchehene faſt wie eine eigene ſchwere Schuld empfand. Es gingen Tage hin, wiederholen wir, wo ſie Eckhard kaum anzuſchauen, kaum ein Wort ihm zu erwidern wagte und ſich ſcheu und angſt⸗ voll jeder Aeußerung ſeiner Liebe entzog. Es kam dazu, daß grade in dieſen Tagen auch Eckhard ſelbſt, der erſt durch die Tante von den Vorgängen jener Morgenſtunde und des Vaters Abſichten vollſtändig unterrichtet wurde, ihr befangener und trüber begegnete als bisher; konnte doch auch er ſich nicht frei fühlen von den Gedanken an das, was ihnen gedroht hatte und auf ſolche Weiſe von ihnen genommen werden mußte! Und endlich herrſchten, gleichfalls in dieſen Tagen, jene neuen, von uns erwähnten Skrupel gegen die Verbindung in der Baronin und ließen dieſelbe der Scheu und Zurückhaltung ihrer Enkelin nicht begegnen, bis wir haben auch das ſchon erwähnt Angnes hier

wie überall das Beſte that und Klarheit und Frieden in

aller Herzen wach zu rufen wußte.

Wie ſie es erreicht, wußte niemand außer den Bethei⸗ ligten, und vielleicht wurden auch dieſe ſelbſt ſich nicht klar darüber; aber die Baronin konnte endlich zum General ſagen:an mir ſoll's nicht fehlen! und zu Reginen:richte