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Die Alten von Ruhneck : eine Erzählung aus älterer Zeit / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Alt⸗Ruhnecks Ende. 245

ſchaute lächelnd in die ſchüchternen Augen,und ich glaube faſt ſie billigen zu dürfen. Eckhard gefällt mir. Ich fange an, ihn für würdig zu halten, mein eben wieder er⸗ langtes Kleinod zu bewahren und zu ehren.

Aber darf er denn an mich, darf ich an ihn jemals wie⸗ der denken, o Großmutter? brach das Mädchen aus und preßte im erneuerten Schmerze die Hände vor die Augen. Kann er, kann ich es je vergeſſen, je überwinden, daß es ſein Vater iſt, der ſo zu mir geredet? Können wir jemals glücklich zu ſein wagen vor den Augen, die ſo auf mich ſahen?

Die Baronin ſah ſie kopfſchüttelnd an und ſtrich lieb⸗ koſend über ihr weiches Haar, bevor ſie endlich, halb vor ſich hin, ſagte:ja, der Rüdiger iſt ein grauſamer Thor geweſen, und ich war auch nicht klug, als ich dem General nicht folgen wollte! Genug, brach ſie dann ab,für ihn wird's eine heilſame Abkühlung ſein, und für mich iſt's eine gute Lehre. Und nun wirf die Schwächlichkeit ab und hebe den Kopf auf, mein Mädchen, wie ſich's für meine Enkelin geziemt. Wir Ruhnecker dürfen nicht ſchwach ſein, Kleine. Ich ſehe es aber ein, hier bleiben dürfen wir nicht und wollen es auch nicht, und auch für Eckhard wird eine längere Entfernung das beſte ſein. Mein Bruder muß ſich. in der Stille faſſen und wird's, ich kenne ihn, er iſt ſchon noch ſtark genug. Und verlaß dich auf das Wort deiner Großmutter, mein Liebling wenn er ruhig und ver⸗ nünftig geworden, ſieht er ſeinen Sohn und dich mit an⸗ deren Augen an und ſegnet eure Liebe, wie ich es ſchon