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Die Alten von Ruhneck : eine Erzählung aus älterer Zeit / von Edmund Hoefer
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Alt⸗Ruhnecks Ende. 241

ſcheinend unwürdig der alten Liebe und Verehrung, welche die Unterthanen für die Familie bisher immer bewahrt hatten! Und er fand ſo wenig guten Rath, ſo wenig wirk⸗ liche Unterſtützung! Graf Rüdiger war Autokrat geweſen im ſtrengſten Sinne des Worts, und die alten Diener und Beamten der Herrſchaft hatten ſich faſt immer darauf be⸗ ſchränken müſſen, den Willen des Herrn zu erfahren und auszuführen, ohne die Gründe desſelben und die Trieb⸗ federn ſeines Handelns jemals kennen zu lernen. Der Stallmeiſter Rudhard, der dieſen Dingen eigentlich am allerfernſten ſtand, war dennoch und in der That der ein⸗ zige, gegen den der Sterbende zuweilen ſich offener hatte gehn laſſen, mit dem und deſſen Gattin er hie und da einge⸗ hend über ſein Denken und Handeln, über ſeine Abſichten und Pläne geredet. Und beide, wiſſen wir, waren dem jungen Gebieter treulich ergeben und überall bereit, ihm nach beſten Kräften zu dienen.

Er bedurfte aber auch der Unterſtützung der alten Frau in vollem Maße, und es war hauptſächlich ihrem ernſt und verſtändig, liebevoll und unabweislich vermittelnden Einfluß auf alle wirklichen Familienglieder nicht nur, ſondern auch auf die, welche noch nicht völlig zum Hauſe gehörten, und ihrer ganz eigenthümlichen Stellung beizumeſſen, welche ſie ſeit vielen Jahren zur Vertrauten faſt aller Bewohner der Ruhneck und aller noch ſo geheimen Seelen⸗ und Herzens⸗ regungen derſelben gemacht hatte, daß jetzt die traurige Zerriſſenheit in der Familie mehr und mehr verſchwand, daß

alle nachſichtiger und milder als je, mit vollem Ernſt be⸗ Hoefer, Ruhneck. 16

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