240 Alt⸗Ruhnecks Ende.
um ſich nicht ſtets bald wieder aus ſeinem Schmerze auf⸗ zuraffen und den Geſchäften und Sorgen zu widmen, die hier noch mehr und ſchneller, als in andern ähnlichen Fällen, auf die Hinterbleibenden einſtürmten.
Nach der erſten Betäubung durch die jäh ſich folgenden Schrecken, die wir am Schluß des vorigen Kapitels zu ſchildern verſucht, hatte Eckhard ſich mit voller Kraft auf⸗ gerafft, um auf's ernſteſte und vollſtändigſte den ihm ploͤtz⸗ lich auferlegten Pflichten ſeiner neuen Stellung zu genügen und daneben auch das zu erfüllen, was Herz und Gefühl unabweislich von ihm verlangten. Da in der Familie der Ruhneck die Söhne mit dem einundzwanzigſten Jahre groß⸗ jährig wurden, ſah der junge Mann durch den Unfall des Vaters ſich mit einemmale aus der beſchränkteſten Lage auf die höchſte Stelle, zum Haupt ſeiner Familie erhoben und in einen Kreis von Pflichten und Geſchäften verſetzt, denen er vom Vater bisher auf das peinlichſte fern gehalten war, deren ganzen Umfang er erſt nach und nach überblicken zu können hoffen durfte, während doch vieles vorlag, was keinen Aufſchub vertrug.
Er ſollte im Lande und in der Familie ordnen, beſtim⸗ men, entſcheiden, und wußte ſo häufig nicht, wie er es im Sinne deſſen thun ſollte, der noch athmend dalag, und fühlte ſich auf das tiefſte durch den Gedanken ergriffen, daß man den ſterbenden Gebieter auch um deſſentwillen und am ſchmerzlichſten betrauern werde, weil etwa ſein Erbe ſich unfähig erwies, die Herrſchaft in alter, ſchlichter, ernſter und gerechter Weiſe fortzuführen— wie leicht auch an⸗


