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Die Alten von Ruhneck : eine Erzählung aus älterer Zeit / von Edmund Hoefer
Entstehung
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238 Alt⸗Ruhnecks Ende.

ſeinem Lager gewichen, als wenn ſie ſich hie und da ins Vorzimmer führen ließ, um den nachfragenden Familien⸗ gliedern Nachricht von dem Zuſtande des Grafen zu geben und, zumal mit der Baronin, dies und jenes zu bereden.

Seit ſechzig Jahren iſt auf der Ruhneck kein Sterbe⸗ lager geweſen und keine Wiege geſchaukelt worden, an denen ich nicht geſeſſen, ſagte ſie ernſt, als die Baronin und der General ſie ſich zu ſchonen baten.Meine Hand hat Rü⸗ diger und Euch, Herr General, zugleich und zuerſt in eure Wiege gelegt, ich habe euren erſten Schlaf bewacht, und nun ſollt ich von dem hier fern bleiben, der jetzt ſeinem letzten entgegengeht? Das iſt euer Ernſt nicht, und ſelbſt dann ich ließe mir mein Recht ſelbſt von euch nicht nehmen. Laßt mich meine Pflicht thun, ſo gut ich alter Stümper es kann, und geht euren Sorgen und Geſchäften nach, Kin⸗ der, hatte ſie bewegt hinzugeſetzt.Nur Eins leg' ich euch ans Herz ordnet's menſchlich und chriſtlich liebevoll. Wenn der Rüdiger noch von ſich wüßte all die Strenge und der Stolz und die Eigenmacht wären ihm kein weiches Sterbekiſſen.

Die Geſchwiſter drückten ihr ſcheidend warm die Hand und ließen ſie fortan gewähren.

Von auswärts, von den zur Herrſchaft gehörenden Ortſchaften und Weilern, von Neu⸗Ruhneck herüber, deſſen Verwaltung Graf Rüdiger während des Bruders langer Abweſenheit ſtets geleitet, zeigte ſich die Theilnahme, ja die wahrhafte Trauer der Untergebenen über den drohenden Verluſt des Gebieters unverhohlen und im hohen Maße.