236 Alt⸗Ruhnecks Ende.
wegung vorwärts, aber als er kaum zwei Schritte gethan, zuckte es durch ſein dunkel geröthetes Geſicht wie ein jäher wilder Krampf, und er ſtürzte plötzlich, ohne Laut, in ſich zuſammen.
XIII. Alt⸗-Ruhnecks Ende.
Es war ſelbſt auf der Ruhneck noch niemals ſo un⸗ heimlich, ſo lautlos ſtill geweſen, wie in den Tagen, die Graf Rüdigers Unfall folgten. Auch in den entfernteſten Theilen des weitläufigen Schloſſes flüſterte man nur und trat ſo leiſe auf wie möglich; auf den Höfen, in den Ställen und Speichern gingen die Menſchen ernſt und ſchweigend ihren Geſchäften nach, und in den Corridoren und Ge⸗ mächern, welche zunächſt an die Wohnräume des Schloß⸗ herrn ſtießen, wurde auf den ausgebreiteten dichten Teppichen und Matten kein Schritt vernehmbar, und man redete dort mehr mit Zeichen und Mienen, als mit wirklichen, auch noch ſo leiſen Worten..
Der Schlagfluß, der den Grafen zu Boden geworfen, war nicht augenblicklich tödtlich geweſen. Als man ihn aufgehoben und ins Bett gebracht hatte, kehrte wenigſtens eine Art von Leben in die zuerſt regungsloſen Glieder und Geſichtszüge zurück, aber das Bewußtſein fehlte anſcheinend


