Die Kriſis.
bin am Ende immer ein alter Mann; aber Ihr ernſter, frommer, ſchöner Sinn ſteht ja auch nicht auf dergleichen, wie ich zu meiner unſagbaren Freude täglich beſſer erkannte. Allein ein Leben voll Liebe und Ehre, voll reinen Glücks, voll reichen Segens—“
Reginens Herz zog ſich immer krampfhafter zuſammen, ſie fühlte ſich einer Ohnmacht nahe, ſo erſchütterten und entſetzten ſie dieſe Worte des alten, hoch und wahrhaft von ihr verehrten Mannes. Sie wußte ſich keinen Rath und keine Hülfe. Sie konnte das nicht länger hören und ver⸗ mochte doch keinen Laut von ſich zu geben, und er hielt ihre Hand ſo heiß umfaßt!—
Da ging, zugleich mit ſeinem letzten Wort, die Thür auf, und Eckhard trat ins Gemach. Und Regine riß ſich los von der Hand des Grafen, ſie flog mit einem lauten, verzweiflungsvollen Schrei dem Eintretenden entgegen, in ſeine Arme, an ſein Herz, und verbarg ihr Geſicht an ſeiner Bruſt und rief, wie in Todesangſt flehend:„rette mich vor dieſen furchtbaren Worten, Eckhard, mein einziger Geliebter!“
Der junge Mann erhob ſeine Augen, in deren Blick ſich die Beſtürzung über Reginens ſichtbares Entſetzen mit einem finſteren zürnenden Drohen zu miſchen begann, von der bebenden, zitternden Geliebten zu dem Vater, der wie eine Bildſäule noch auf ſeinem Platze ſtand und ſtarren Blicks die Flucht Reginens, ihr Hinſtürzen an die Bruſt des Sohnes beobachtet, ihren letzten Ruf vernommen hatte.
Im nächſten Augenblick machte er eine raſche, ſtolze Be⸗


