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Die Alten von Ruhneck : eine Erzählung aus älterer Zeit / von Edmund Hoefer
Entstehung
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234 Die Kriſis.

er das Mädchen wahrhaft liebte, verließ ihn in dieſem Moment der Entſcheidung, die doch nur in Reginens Hand lag, der falſche Stolz und die falſche Sicherheit, und er ſah in banger Bewegung dem nächſten Augenblick und ihren Worten entgegen.Wenn Ihnen mein Haus eine ſo liebe Heimat iſt, Regine, redete er noch einmal und ſein Auge ruhte feſt und doch zärtlich auf ihr,ſo bleiben Sie darin als ſeine geliebte, hochgeehrte Gebieterin, als Gräfin Alt von Ruhneck, als meine Gattin, Regine.

Herr Graf! Es war ein leiſer, halb erſtickter Schrei, ſie zuckte empor, wie eine Stahlfeder, ihr Auge blickte entſetzt auf den alten, ſichtbar tief und leidenſchaftlich bewegten Mann, von dem ſie ſo ganz, ganz andere Worte zu vernehmen gehofft, ſtatt dieſer furchtbaren! Und ihre Wange war ſo bleich wie das Tuch, das die fertigen Par⸗ tieen der Stickerei vor ihr verhüllte.

Aber er achtete nicht auf dieſe Zeichen des tödtlichen Schrecks, er ergriff ihre Hand, die ſie nicht die Kraft, nicht die Ueberlegung hatte, ihm zu entziehn, und er ſprach dringend, innig, leidenſchaftlich weiter:Ich bin nicht jung mehr an Jahren, Regine, mein geliebtes Kind, aber mein Herz iſt jung, ich habe ſeine Gefühle nie vergeudet. Ich habe ſie niemals einem andern Weſen geweiht als der Ver⸗ ſtorbenen und glaubte, niemand würde ſie noch einmal er⸗ wecken können. Da hab' ich Sie kennen gelernt, Regine, und wie Sie nun ſind, blieb mir keine andere Wahl, als vor Ihnen zu fliehen oder Sie zu lieben, wie es ein Mann vermag. Der Luſt kann ich Ihnen nicht viel bieten ich