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Die Alten von Ruhneck : eine Erzählung aus älterer Zeit / von Edmund Hoefer
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Die Kriſis. 231

ſchick in den Händen hatte.Laſſen Sie ſich aber durch mich nicht ſtören, fuhr er fort, indem er ſie galant die paar Schritte an ihren früheren Platz zurückführte, welche ſie zu ſeiner Begrüßung vorhin vorwärts gethan. Da zog er ihre Hand an die Lippen, und als er ſie dann leiſe ſinken ließ, ſprach er:nun bitte, ſetzen Sie ſich, mein Kind, und ich will neben Ihnen bleiben. Ich ſehe Sie gern hier ſo häuslich beſchäftigt, wiederhole ich. Es läßt mich bemerken, daß es Ihnen auf Alt⸗Ruhneck gefällt, und ich kann mir dabei denken, daß Sie dieſen Platz mit Recht einnehmen, als eine Ruhneckerin, mein theures Kind. Es iſt der Platz meiner Frau, Regine. Die Selige hat in den zwölf Jahren, die ſie mich beglückte, wenig Tage erlebt, wo ſie nicht mindeſtens einige Stunden hier gleichfalls vor ihrem Rahmen zubrachte. Ich liebe dieſe Beſchäftigung. Man kann dabei ſo angenehm plaudern, aber auch ſo ernſt reden wie das Herz es verlangt.

Sie hatte ſeinem Wunſche gemäß, und auch weil ſie ein leiſes Zittern ihre ganze Geſtalt durchdringen fühlte, den früheren Platz eingenommen und die Nadel wieder er⸗ griffen. Sie wagte nicht auf und zu ihm hinüber zu ſehn, der ſich einen Stuhl herangezogen hatte und ſich nun auf demſelben niederließ. Er war bei den ſeltenen Gelegenhei⸗ ten, wo ſie allein mit einander verweilt, ſtets herzlich, faſt zärtlich ihr entgegengekommen, allein heut ſchien ihr aus ſeinem ganzen Weſen, aus ſeinem Aug' und ſeiner Stimme, aus den Worten ſogar, die er zu ihr redete, etwas ſo In⸗ niges, ſo väterlich Sanftes und Liebevolles hervorzu⸗