Druckschrift 
Die Alten von Ruhneck : eine Erzählung aus älterer Zeit / von Edmund Hoefer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

228 Die Kriſis.

werden über Regine und Eckhard, und werde es nur durch die Rudhard. Sie muß auch Beſcheid wiſſen, wenn Rü⸗ diger zu ihr kommen ſollte. Um zehn Uhr bin ich hier und hole dich zu ihm ab. Und dann— Sturm, General!“

Der General ſchüttelte düſter den Kopf.„Ich haſſe dieſen Aufſchub,“ verſetzte er.„Laß uns gleich hinüber, wenn ich einmal dabei ſein muß.“

„Nicht doch,“ entgegnete ſie lebhaft.„Er redet jetzt mit den Verwaltern und Beamten. Wir verſäumen nichts, verſichere ich dich. Ich kann auch die Kleine erſt ſpäter ſprechen, um ihr gleichfalls zu ſagen, was ſie wiſſen muß. Jetzt ſitzt ſie bei Beatrix, von der ich ſie nicht abrufen mag. Es ſoll alles heut geordnet werden, ſei ſicher, aber laſſe mir dabei meinen Weg und meine Weiſe.“

„Wie du willſt,“ bemerkte er nicht heiterer.„Aber ich haſſe dieſen Aufſchub, ſag' ich.“ Und ſich abwendend ſetzte er wieder energiſch hinzu:„daß mich auch der Teufel grade jetzt hieher führen muß! Für uns ſoll der Krieg nicht endigen, ſcheint's!“

Sie machte nur eine beſchwichtigende Handbewegung und eilte die Treppe zur Sänfte hinab, um ſich zum Stein⸗ hauſe hinüber tragen zu laſſen.—

Es wäre beſſer geweſen, die Baronin hätte dem Wunſche des Generals— ſogleich zu Rüdiger zu gehen— nachge⸗ geben, denn ihre Berechnungen trafen, ſo richtig ſie ſonſt waren, heut nicht zu. Um dieſelbe Zeit, als ſie das Schloß verließ, hatte der Graf ſchon den Letzten der Beamten ent⸗ laſſen und ſchritt nachdenklich in ſeinem einſamen Zimmer