Die Kriſis.
ronin ſchwach lächelnd.„So, grade ſo ſchildert ihn der General, ſo zeichnet ihn Agnes— und das iſt eine ſcharfe Beobachterin, mein Kind! Aber gleichviel,“ brach ſie ab; „zu dieſer Angelegenheit wird ſich ſchon noch Zeit und auch Rath finden. Die Hauptſache iſt, daß du ſo— un⸗ berührt geblieben. Denn für dich fände ſich im anderen
Fall, meiner Meinung nach, keinerlei Ausſicht. Dem würde
ich dich niemals geben.“—
Und da legte Antoinette wieder beide Hände auf die Schulter der Tante und ſah ihr halb lächelnd, halb ernſt⸗ haft in die nachdenklichen Augen und ſagte gedämpft und ſchmeichelnd:„ja, Tante, zu dem allen werden Sie Rath finden, und für mich brauchen Sie nicht zu ſorgen. Ich helfe und rathe mir ſchon ſelber. Aber Eins, Tante— da ſorgen Sie— herzlich! Regine und Eckhard, Tante?“ Und nach einem langen, glänzenden, bittenden, innigen und fragenden Blick wandte ſie ſich raſch ab und ſprang aus der Thür hinaus.
Die Baronin ſah ihr halb überraſcht, halb theilneh⸗ mend nach und machte ein paar raſche Gänge durch das Zimmer. Aber als ihr Blick zufällig auf die Uhr fiel, zuckte ſie gleichſam erſchrocken zuſammen; ſie klingelte und befahl der Kammerfrau die Portechaiſe zu beſtellen, und dann ging ſie ſelber zum General in den zunächſt liegenden Schloßflügel hinüber.
„Die Uhr iſt jetzt neun,“ ſagte ſie, nachdem ſie dem Bruder ihren endlichen Entſchluß mitgetheilt.„Ich gehe zu Agnes, um noch einmal mit ihr zu reden. Ich muß klar


