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Die Alten von Ruhneck : eine Erzählung aus älterer Zeit / von Edmund Hoefer
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224 Die Kriſis.

regung auseinander gegangen ſeien. Das genügte ihr voll⸗ kommen. Es war noch nicht zu ſpät für ſie.

So dachte und überlegte ſie in der langen Nacht und hörte darüber nicht, wie wild der Sturm ihre hoch und frei gelegene Wohnung umtobte und den ſchweren, dem Schneetreiben gefolgten Regen brauſend gegen die Mauern und Fenſter warf. Sie hatte diesmal ſelbſt nach dem Auf⸗ ſtehn am Morgen keinen Blick für das Wetter. Sie trank haſtig ihren Kaffee und trieb die Kammerfrau ungeduldig zur Beendigung ihrer Toilette. Sie wollte fertig ſein, wenn die beiden Mädchen erſchienen, denn ſie war zu dem Ent⸗ ſchluß gekommen, jetzt vor allem und ſogleich gegen Regine mit der Entdeckung ihrer Abſtammung vorzugehn, und ſie war daher nicht wenig überraſcht, als, kaum da ſie fertig geworden, Antoinette allein im Gemach zum Morgengruß erſchien.

„Was gibt's?“ fragte ſie ſchier beſtürzt und ſprang vom Kanapee auf, denn Regine war noch niemals ausge⸗ blieben;„was kommſt du allein? Regine iſt doch nicht krank?“

„Nicht doch, Tante,“ lautete jedoch Antoinettens Ant⸗ wort.„Sie wiſſen ja, wie das Kind iſt. Sie hat die ganze Nacht vor Theilnahme an dem, was geſtern über Beatrix gekommen, nicht ſchlafen können. Sie wäre ſchon geſtern Abend hin, wenn wir Sie nicht dort gewußt hätten. Heut morgen war ſie aber nicht zu halten und iſt noch nicht wieder zurück. Ich bin daher allein gekommen.“

Die Baronin wandte das Geſicht von der Sprecherin