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Vor der Chronik.
fröhlich Herz und einen guten Muth und grämte ſich ſchier, wenn er den Vater ausziehn ſah und die Brüder, und mußte ſelber daheim ſitzen.
„Und als nun Rüdiger das alles erſah, die Knechte, die im Schloß lagen und in der Stadt, und die Hengſte ritt man zu auf dem Rain, und Meiſter Peter, der Rüſt⸗ meiſter, mit ſeinen Knechten hämmerte Nacht und Tag in dem kleinen Thurm, den man den„Buckel“ heißt, und Herr Wolfram ging umher ſtrengen Augs und ſah alles, war aber fröhlich und ſchier jugendfriſch, da hielt das Herrlein es nicht länger, trat ſeinen Vater an und ſprach kecklich: „aber Herr Vater, ich ſeh', Ihr wollt ausreiten, wie Ihr's lange nicht gethan. Allein wo meine Waffen ſind und mein Hengſt, das ſeh' ich nicht, und habt mir doch ver⸗ heißen, Herr Vater, dazumal, daß ich auf das nächſte hinter Euch reiten ſollte.“
„Herr Wolfram lächelte, denn ihm gefiel des Knaben kecker Muth, legte ihm jedoch die Hand auf das Haupt und ſagte milde:„Kind, das iſt kein Ritt zu Luſt und Schimpf. Da braucht's feſter Platten und ſtarker Hauben, und wird mancher ſtreitbare Mann darniederliegen und nicht heimkeh⸗ ren zu den Seinen.“— Und Herrn Wolframs Sohn, Herr Reinhard, der war ſelbigen Tags herübergekommen von der Hinterburg, wo er dazumal hauste mit ſeinem jungen Weibe, Jutta von Bernſee, der fuhr den Knaben an und ſchalt ihn, daß die Buben ſchweigen ſollten, wo die Männer zu reden hätten; Herr Wolfram aber lächelte wieder und meinte: „laß ihn! Er iſt wie er iſt, und die Ruhnecker ſind allzeit


