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Die Alten von Ruhneck : eine Erzählung aus älterer Zeit / von Edmund Hoefer
Entstehung
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22 Vor der Chronik.

den Zügen eines jeden zeigte, mußte andere, innere Gründe haben. Sie hatten freilich auch nichts Heiteres vor ſich. Der eine junge Mann ſaß vom Tiſch abgewandt vor dem Kamin und ſtörte von Zeit zu Zeit mit einem eiſernen Schürhaken in der Glut der großen Eichenklötze eine Beſchäftigung, welche nur den Traum herbeiruft, aber nicht die Luſt und Freude. Das Fräulein am Tiſch hatte die Augen auf die Leinwand⸗Läppchen geſenkt, welche die ſchlan⸗ ken Finger zu Charpie auseinander zupften ſah ſie dabei die Wunden und gedachte ſie der Schmerzen der armen Menſchen in den Hospitälern, für welche ſie ſorgte? Der Dritte endlich, wieder ein junger Mann, hatte den Kopf in die linke Hand gelegt und ſchaute mit dem einzigen ihm übrigen Auge das linke wurde durch eine Binde verdeckt, und die furchtbare, vom Scheitel darauf zulaufende Narbe zeigte deutlich genug, daß unter der ſchwarzen Seide kein Augenſtern mehr zu finden ſein werde in ein großes, zierlich geſchriebenes und mit hübſchen Initialien verziertes Buch. Er that jetzt, was der im Zimmer auf und ab ſchrei⸗ tende Herr vorhin von ihm gewünſcht hatte er las weiter. Als aber der von Mehrenheim ſo geredet und ſich wieder niedergeſetzt auf die Bank, da ſtand Herr Wolfram auf, und man hieß ihn nun mit Recht denAlten, dieweil er derzeit ſchon hoch an Jahren. Aber er war auch hoch an Weisheit und reich an Ehren, und was er ſagte, darauf hörte man weit und breit, wie auf die Worte eines Vaters. Der ſtand auf und ſtieß das Schwert nieder, daß es klang, und ſprach zornig:ſo hab' ich nun gelebt an die achtzig