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Die Alten von Ruhneck : eine Erzählung aus älterer Zeit / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Vor der Chronik. 21

II.

Vor der Chronik.

Lies weiter, ſagte er kurz und ging mit über die Bruſt gekreuzten Armen, mit nachdenkensvoller Stirn und ernſtem Blick gegen die Fenſter des ſaalähnlichen Gemachs hin, welches ſo weit und hoch war, daß die Kerzen der zwei großen ſilbernen Armleuchter auf dem Tiſch am Kamin und die lebhafte Glut in dieſem letzteren nur den nächſten Raum umher erleuchten konnten und alles Uebrige in einer nach und nach ſich ſtets vertiefenden Dämmerung ließen. Doch wurde das Zimmer dadurch nicht unbehaglich, ſondern nur um ſo traulicher in ſeiner Wärme und Stille, in der gedämpften milden Beleuchtung, zumal das dumpfe Heulen und Brauſen im Rauchfang und die ſchweren Stöße gegen die erbebenden, mit ſchimmernden Eiskriſtallen überzogenen Fenſter, auf das nachdrücklichſte den Werth eines ſo ſicheren und behaglichen Ports zur Empfindung brachten.

Die vier Menſchen freilich, welche jetzt im Gemache anweſend waren, ſchienen weder auf die Sicherheit ihres Aufenthaltsorts, noch auf den Schneeſturm zu achten, der draußen mit unerhörter Gewalt tobte, als wollte er das mächtige Schloß nicht länger dulden auf dem Felſengrunde. Ihnen war der Raum ja die bekannte und gewohnte Heimat, das Ungeſtüm des Wetters, zumal zu dieſer Jahrs⸗ zeit, nichts Neues, und der nachdenkliche Ernſt, der ſich in