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Die Alten von Ruhneck : eine Erzählung aus älterer Zeit / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Alt⸗Ruhneck.

nicht ſtatt; zwiſchen den Zügen kehrte er immer wieder in die Heimat zurück und blieb, nachdem der Fürſt geſtorben, ganz daheim. Von der Zeit an finden ſich aber ſeine Nach⸗ kommen faſt in ununterbrochener Reihe gleichfalls unter den Kriegsſchaaren der Brandenburger, und beinah in allen Kämpfen wird irgend ein Ruhneck ehrenvoll genannt. Hohe Poſten erreichten ſie nicht, da ſie gewöhnlich nicht lange im Dienſt zu bleiben pflegten. Sie liebten ihre Heimat und blieben ihr treu.

Mit vielen Nachkommen ſcheint der Stamm niemals geſegnet geweſen zu ſein, oder wenn einmal in einer Gene⸗ ration mehrere Söhne da waren, ſorgten die vielen Kriege dafür, daß ſie den großen Beſitz bald wieder ungetheilt dem Einen von ihnen hinterließen. Kriegsleute waren alle, auf vielen Schlachtfeldern hat man unter den andern Ge⸗ fallenen auch einen oder einige Ruhneck in die Erde gelegt, und von Wunden wußten alle zu ſagen. In dieſer Be⸗ ziehung hatten ſie kein Glück, aber ſie ſehnten ſich freilich auch nicht darnach, ſondern waren mit dem Geſchick, welches man ein Erbtheil des Stammes heißen konnte, mit der Ehre und den Wunden oder dem frühzeitigen Kriegertode wohl zufrieden.

Noch weniger als die Hauptlinie, welche wenigſtens in ununterbrochener Reihe auf der Ruhneck hauste und herrſchte, kam die Nebenlinie zur Blüthe und Verzweigung. Es gingen ſelten zwei Generationen hin, ohne daß ein jüngerer Sohn von Alt⸗Ruhneck in den Beſitz dieſer Neben⸗ linie eintreten und ſie neu eröffnen mußte. Die Wiege