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Die Alten von Ruhneck : eine Erzählung aus älterer Zeit / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Alt⸗Ruhneck. 15

Lebens geweint, wie mancher Traum wurde hier geträumt, wie viel geſonnen und gedacht, hier am einſamſten Platze der Höh', über der tief ſtillen, einſamen Schlucht, vor den ſchweigenden Bergen rings! Ja, das Plätzchen iſt unbe⸗ ſchreiblich einſam und abgeſchloſſen, und wer mit ſich ſelbſt zu reden hat in Luſt oder Schmerz, findet kein beſſeres als dieſes.

Den Eindruck der Abgeſchloſſenheit und Einſamkeit macht übrigens, wenn auch nicht in ſo hohem Grade wie der Garten und die Steinbank an ſeinem Ende, die ganze weitläufige Burg. Es kommt das nicht allein durch die iſolirte Lage des Schloßberges, ſondern auch und faſt noch mehr durch die menſchenleere, geräuſchloſe Umgebung. Selbſt von der höchſten Spitze des Bergfrieds ſeht ihr nichts als die beiden kleinen Seitenthäler und über ihnen hinaus Höhen an Höhen, die überall von den dunklen unermeß⸗ lichen Wäldern bedeckt ſind. Außer den oben erwähnten Gebäuden am Fluß inder Mulde, wo die Fluten einen Kupferhammer treiben, ſeht ihr nichts, was an die Nähe menſchlicher Wohnungen erinnerte, keine Hütte, keinen Thurm, nicht einmal eine andere Ruine, und nur ſelten verräth der aus einem Waldtheile emporſteigende dunkle Rauch einmal die Stelle, wo ein Köhler ſein einſames Geſchäft betreibt. Kurz, die Sproſſen des alten Geſchlechts, welches hier hauste, müſſen unendlich reichen und ſtarken Herzens ge⸗ weſen ſein oder überhaupt nie ein ſolches in ſich ſchlagen gefühlt haben. Sonſt hätten ſie's nicht aushalten können und wären, wie die meiſten Ihresgleichen, ſchon längſt