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Die Alten von Ruhneck : eine Erzählung aus älterer Zeit / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Alt⸗Ruhneck.

ragenden Waldhöhen getrennt wird. Allein es iſt noch jetzt eine Stelle voll Licht und Luft, voll Frieden und Ruhe. Ein paar uralte Bäume ſchatten noch, die Reſte verwilder⸗ ter Heckengänge zeigen noch jetzt manchen traulichen Platz zum Plaudern oder Träumen; hie und da blühen ſogar noch einzelne Blumen ſchüchtern und einſam zwiſchen den Trümmern hervor, die einen großen Theil des Platzes überſchütteten.

Haltet an und ſeht euch um! Die Sonne grüßt von den Waldbergen herüber mit goldenem Licht, ſie umkost die einſamen Blumen, ſie ſchlüpft durch das dichte Laub der Linden auf die heimlichen, moosbedeckten Plätzchen an ihren Wurzeln, ſie dringt leiſe, leiſe durch die verwilderten Hecken und ſtreift mit langen, ſcheuen Lichtern durch die regungs⸗ loſen Wipfel, welche die Schlucht dort unten mit Schatten füllen und ſchweigend zu euch emporſchauen. Welch ein Frieden rings, welche Stille, welche Einſamkeit! Wie mancher und wie manche mag dort geſäumt haben, wo in einem Vorſprung der Bruſtwehr die Steinbank iſt, voreinſt gleichfalls von einer Linde beſchattet, die ſeitdem aber vom Sturm faſt ganz entzweigt wurde. Mühſam treibend hat die Alte an den Reſten ihres Stammes neue Zweiglein und friſches Laub hervorgebracht und aus ihren Wurzeln eine Menge ſchon ſtarker Schößlinge aufſchlagen laſſen, allein die Krone iſt dahin, die ſicher ſo viel des Guten und Traurigen unter ihrem grünen Dache erblickt hat. Wie manches Auge mag hier gelächelt haben im ſeligſten Glück, wie manches hat hier vielleicht die bitterſten Thränen des