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Die Alten von Ruhneck : eine Erzählung aus älterer Zeit / von Edmund Hoefer
Entstehung
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12 Alt⸗Ruhneck.

rückwärts gelegenen Kante, unerſchüttert und rieſenhaft in die Luft ragt. Im Innern der alten Burg ſind noch manche Treppen paſſirbar, die meiſten Hallen und Gemächer noch mit Decken und feſten Wänden begrenzt, mit Reſten des Täfelwerks verſehn, da hier meiſtens alles gewölbt iſt und daher den Angriffen der Verlaſſenheit und des Wetters beſſer Trotz bieten konnte. In die oben gelegenen Räume ſchaut freilich der blaue Himmel herein, und auch der große Saal, der den ganzen Raum des einen der erwähnten beiden Gebäude füllte, iſt deckenlos und voll Schutt und Getrümmer.

In dem zweiten der beiden Gebäude geht es noch treppauf und ab zu einer nicht geringen Zahl kleiner, ziem⸗ lich dunkler Gemächer. Von einem der größten und am höchſten gelegenen tritt man aus einer ſchmalen Thür auf eine nicht mehr paſſirbare Brücke hinaus, welche hier, in ſchwindelnder Höhe, in den Bergfried hinüberführte. Dieſer letztere iſt von allem am beſten erhalten und bis in die äußerſte Dachſpitze zu erſteigen, und man braucht nur Fenſter und Thüren einzuhängen, um ſeine Gemächer wie⸗ der bewohnbar zu machen; da wich kein Stein aus ſeinen Fugen, und die Elemente verſuchten ſich vergeblich an den ungeheuern Mauern. An ſeinem Fuße und im äußerſten rechten Winkel des Plateaus, halb ſchon über den Abgrund hinausragend, ſo daß man die Fundamente durch an den Fels geſchloſſenes Mauerwerk ſtützen mußte, liegt ein kleines Gebäude, deſſen Zweck man, da es gänzlich ausgebrannt iſt, nicht mehr erkennen kann. Dem verhältnißmäßig ſchwachen Gemäuer nach war es ein Bauwerk viel ſpäterer Jahre.