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Die Alten von Ruhneck : eine Erzählung aus älterer Zeit / von Edmund Hoefer
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Alt⸗Ruhneck. 7

men. Ihr brecht raſch auf.Darf man frei hinaufgehen? fragt ihr noch zurück.

Ja, den Schlüſſel kann der Herr im letzten Hauſe vor dem Thor erhalten, ſagt der Wirth.

Beim letzten Hauſe in der Vorſtadt erhaltet ihr den Schlüſſel und die Ermahnung, in dem Gebäude ein wenig vorſichtig zu ſein, damit euch hie und da nicht ein Stück Mauer⸗ auf den Kopf falle, oder ihr ſonſt zu Schaden kommet. Denn einen Führer lehntet ihr ab. Man braucht nicht grade ſentimental zu ſein und auch nicht großen Re⸗ ſpekt vor denSchauern der Vergangenheit zu empfinden, und mag dennoch bei ſolchen Partieen am liebſten allein bleiben und nicht abhängig ſein von dem Treiben oder Zö⸗ gern, von dem Dareinreden eines müßigen Begleiters.

Kaum hundert Schritt hinter dem Häuschen erhebt ſich der Weg ſeitwärts den Berg hinauf, in die Büſche hinein und zwiſchen die Bäume, ein nicht breiter und ein wenig vernachläßigter Pfad, dem man es aber trotzdem noch an⸗ ſehn kann, daß er vor Zeiten keineswegs beſonders mühſam, ſondern auch zum Reiten ganz wohl zu benützen war. Jetzt haben ihn hie und da die Wurzeln der Bäume arg zerriſ⸗ ſen und ſtürzende Schnee⸗ oder Regenfluten mit Geröll be⸗ deckt, im Uebrigen aber windet er ſich ziemlich bequem, immer im Schatten des jungen Waldes am Berge hinauf. Er iſt überhaupt noch gar nicht lange ſo vernachläßigt, denn bis vor hundert Jahren ja es iſt noch nicht einmal ſo lange her war Alt⸗Ruhneck bewohnt, und dies war, nach Ausſage der Bewohner des Fleckens, der einzige Pfad,