Druckschrift 
Die Alten von Ruhneck : eine Erzählung aus älterer Zeit / von Edmund Hoefer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

6 Alt⸗Ruhneck.

iſt. Dazu kommt, daß der eigentliche Dialekt dieſer Gegend euch vermuthlich faſt ganz unverſtändlich bleibt. Alſo:wie heißt der Ort? fragt ihr, und erhaltet die Antwort: Ruhneck.

Wie heißt das Thal? fragt ihr weiter.

Das Ruhthal.

Und die andern Thäler?

Rechts heißt'sim Moos, linksdie Mulde.

Und der Fluß?

Weiß nicht. Heißen ihn nurden Bach.

So ſtockt das Geſpräch für's erſte, bis ihr nach einem neuen Blick auf die Berge wieder anfangt:gibt's denn da keine Alterthümer? Gar nichts zu ſehen, zu beſuchen?

Daß ich nicht wüßte, lautet die lakoniſche Erwiderung.

Habt ihr denn gar keine Ruine hier? Die Gegend ſieht doch ganz darnach aus, als müßten hier alte Adels⸗ burgen gelegen haben.

Ruinen? Burgen? Nein, wir haben nur das eine Schloß, wo vordem unſere Grafen hausten, Alt⸗Ruhneck. Jetzt freilich iſt's arg zerfallen.

Ja, darnach frage ich grade! Wo iſt es denn?

Ha, wo wird's ſein, als dort drüben? Wenn der Herr genau zuſchaut, kann er ja dort das unterſte alte Mauerwerk zwiſchen den Büſchen ſehn.

Und richtig, jetzt, wo ihr darauf aufmerkſam gemacht ſeid, entdeckt ihr an der Höhe vor euch, ein paar hundert Fuß über der Thalſohle, altes Gemäuer zwiſchen den Bäu⸗