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Damen vermiſſen wir Herrn Liebezeit. Er hatte ſich ent⸗ ſchuldigt, daß er etwas ſpäter kommen werde.
Endlich öffnete ſich die Thür und man gewahrte den Erwarteten, von Fuß bis zu Kopf ganz in Schwarz geklei⸗ det, bis auf den ſchmalen Weſtenſtreifen, der unter dem Fracke hervorſah; ihm zur Seite ging Troll, ein ſilbernes Service tragend, und mit ſichtlicher Anſtrengung die Ba⸗
lance des darauf herumklappernden feinen Porzellangeſchirrs
überwachend; eine Deputation, aus den Spitzen der Werk⸗ ſtätten beſtehend, folgte beiden auf dem Fuße.
Herr Liebezeit hatte die ſchwierige Aufgabe übernom⸗ men, das Hochzeitsgeſchenk im Namen des ganzen Fabrik⸗ perſonals zu überreichen und eine kleine Anrede an das Brautpaar zu halten. Sein weingeröthetes Geſicht(er hatte ſich vorher auf ſeinem Zimmer Muth zu getrunken) glich einer Feuersbrunſt und ſein Herz klopfte ſo gewaltig, daß ſeine Schläge die Knöpfe, die den Frack über der betreffen⸗ den Stelle zuſammenzuhalten hatten, zu zerſprengen drohten. In dieſem großen Augenblicke war es ihm wol zu verzeihen, wenn er vergaß, daß er die Spitze einer hinter ihm ſtehen⸗ den Deputation bildete, und— ſchon an der Thürſchwelle ſeine Rede begann, ſo daß die Uebrigen draußen bleiben mußten. Ein entſchloſſener, bärtiger Schmidt jedoch, ſchob den Redner auf die zartmöglichſte Weiſe vor und nun traten die Uebrigen ebenfalls ein, und Herr Liebezeit begann ſeine


