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„Und dieſe Roſe ſchenke ich Ihnen, mein Freund,“ ſagte Laura und ſteckte ihm mit eigener Hand die Roſe
in's Knopfloch, und er ſah mit ſtummem Entzücken zu,
faltete die Hände und blickte gerührt zum Himmel.„In einigen Wochen,“ fuhr Laura fort,„werde ich Froſt's Ge⸗ mahlin, und Sie müſſen bei der Hochzeit ſein. Ueberhaupt
müſſen Sie herabziehen zu uns, und bei uns bleiben als
unſer Freund.“
Bollhorn konnte nicht ſprechen, unter Thränen lä⸗ chelnd, nickte er ſtumm mit dem Kopfe und ſah oft nach der Roſe in ſeinem Knopfloch.—
Eine Stunde ſpäter rollte ein Wagen den Berg hinab, den untern Landen zu. Bollhorn hatte ſich nach einem der höchſten Fenſter führen laſſen, von wo aus er die Straße ſehen konnte. Dort fuhr der Wagen hin. Bollhorn blickte nach. Jetzt verſchwand er in einem Gehölz, nach einer halben Stunde ſah ihn Bollhorn am andern Ende des Waldes herauskommen, und ſo verfolgte er das Fahrzeug bis es in weiter Ferne als ein winziger ſchwarzer Punkt verſchwand. Da erſt verließ Bollhorn ſeinen Platz am Fenſter und rief triumphirend:„So langſam läßt kein Geiſt ſich von Pferden dahinziehen!“ Dann ſah er die Roſe an und verlangte ein Gefäß mit Waſſer, um ſie hineinzuſtellen.
1859. VII. Der beſeelte Schatten. II. 13


