Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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Als ſie nach einigen Tagen verwelkt war, freute er ſich und hob die trockne Blume ſorgfältig auf.

Dieſe verwelkte Roſe iſt Bollhorn's Liebe zu Laura Braag, eine Liebe, die der Blüthenpracht der Sinne ent⸗ ſagt hat und von ihrem Gegenſtande nichts begehrt, als Daſein.

Wann kann ich auch des Wegs hinunterziehen, den

ſie zog? fragte er täglich den Arzt, und ſtundenlang lehnte er an dem Fenſter und blickte ſehnſuchtsvoll nach der Straße hinab, die zu ihr führte.Nie will ich wieder von ihr gehen, hörte man ihn oft ſagen,wenn ich ihr Antlitz ſehe, werde ich glücklich ſein und ich ſoll es nun immer ſehen! 2

Bollhorn unterſchied ſich ſeit jener glücklichen Wen⸗ dung, die alle Erwartungen des Arztes übertroffen hatte, durch nichts von andern Menſchen, die im Vollbeſitze ihrer geiſtigen Kräfte waren. Er und trank, ging im Parke ſpazieren, arbeitete im Garten, ſtellte vernünftige Fragen, gab vernünftige Antworten, unterhielt ſich mit dem Arzte und den Aufſehern über Allerlei und bedauerte häufig die Unglücklichen, die ohne daß er es wußte, ſeine Leidens⸗ genoſſen waren. Er ließ ſich von Froſt, der ihn in Be⸗ gleitung Mahlmann's öfters beſuchte, mit allen äußerlichen Verhältniſſen, unter denen dieſer mit Laura in den untern

Landen lebte, bekannt machen, ſchloß ſich enger an dieſen