Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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Vetter faßt kräftig mit an. Ich ſehe den Straßenkehrer mit ſeiner rothen Kupfernaſe, der allabendlich im Laden vorſpricht und durch verſchwenderiſches Branntweintrinken den Wohlſtand meines Vetters vermehren hilft, wofür er das Recht zu haben glaubt, mit meinem Vetter wie mit ſeines Gleichen reden und ſich gegen dieſen die vertraulich⸗ ſten Witze erlauben zu dürfen. Ich höre, wie ihn mein Vetter zur Ruhe verweiſt, wie beide mit einander in hef tigen Wortwechſel kommen und der Gaſſenkehrer darin ſogar ſoweit geht, die Vermögensverhältniſſe meines Vet⸗ ters zu erörtern und ihm in's Geſicht zu ſagen, daß er ein ſteinreicher Mann ſei, und daß dies alle Welt wüßte, wenn er ſich's auch nicht merken laſſen wollte.

Ich bin längſt nicht mehr fähig, gegen meinen Vetter noch irgend einen Groll zu hegen. Wenn ich an das Leid denke, das er mir zugefügt hat, ſo erſcheint mir's, als hätte er es thun müſſen, damit Alles ſo kam, wie es gekommen iſt, als wäre ihm in dem Drama meines Lebens nur die Rolle eines deutſchen Spießbürgers, eines Philiſters zuertheilt worden und als müßte ich ihm Beifall zu klatſchen, wie meiſterhaft und wie gemüthlich er ſie geſpielt hat! Wenn er jetzt hereinträte in ſeinem langen, grünen Kalmuckrocke, auf ſeinen hohen Pantoffeln einherſchreitend, wenn er jetzt hereinträte der alte Mann mit ſeinem knochigen Geſicht und dem rauhen, ſtachligen grauen Bart um Backen und Kinn,