Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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und jetzt kommt mir die Zeit der kleinen Aergerniſſe und Kümmerniſſe im Hauſe meines Vetters wie ein traulicher Weihnachtsabend vor, der in freudiger Erwartung auf den Chriſtmorgen hingebracht wird. Ach! wie oft ſehnen wir uns zurück nach manchem trüben Nebelmorgen, der uns ſo hoffnungslos erſchien, an dem wir uns ſo unglücklich fühlten— nachdem wir jetzt wiſſen, welche unerwarteten Freuden uns der Abend brachte! Wie gern, wie gern, möchten wir den trüben Morgen noch ein Mal verleben! Wie gern möchte ich die Zeit in meines Vetters Hauſe noch ein Mal durchmachen, wie lieb iſt mir jetzt, wo ich im fer⸗ nen Italien dies niederſchreibe, Alles darin, das ich haßte, wie gern verſetzte ich mich noch ein Mal zurück in jeden Winkel des alten, lieben Hauſes, in deſſen Mauern ich zungf und ſchlafend meine ſchönſteu Träume geträumt abe!

Meines Vetters Haus, in ſeinen tauſendfältigen Be⸗ ziehungen zu mir, ſchwebt mir jetzt ſo deutlich vor, daß ich meine, ich trete eben, von der Straße kommend, in die mit rothen Ziegelſteinen gepflaſterte Hausflur und ein Kaffee⸗ geruch und ein undurchdringlicher Dampf vom Kaffee⸗ brennen, ſteigt mir entgegen und aus einer dunkeln kleinen Kammer, nicht weit von der Treppe, ſchallt das luſtige Raſſeln der Kaffeetrommel, die ein kleiner Lehrburſche mit einer kaffeebraunen Schürze, die durch eine gelbe meſſingene

1859. VII. Der beſeelte Schatten. II. 5