Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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die mich ausgeſtoßen hatte, vor mir dehnte ſich die Straße eine Anhöhe hinauf. Die letztere war mit einem mächtigen Tannenwald gekrönt, in dem das Licht der ſinkenden Sonne langſam und majeſtätiſch einherwandelte. Ich ſchritt dem Walde zu, und ſetzte mich, auf der Höhe angekommen, auf einem kleine Abhange am Waldesſaume nieder. Dort lag die Stadt mit ihren Thürmen vor mir. Da zogen ſich die Vorſtädte hin und endeten in zerſtreuten Landhäuſern. Jetzt erſt bemerkte ich, welche Richtung ich, durch das Ge⸗ wühl meiner Gedanken von der Außenwelt abgezogen, ein⸗ geſchlagen hatte: da lag auch ein Haus— eine Art Gartenhaus— ich ſah die Fenſter flimmern— da drinnen waltete Laura!— Laura— wenn du wüßteſt, daß ein Bettler dich liebt, daß der dir heute Herz und Hand an⸗ bieten wollte, der jetzt hieroben ſitzt, als Bettler! Wo ſoll

ich nun mit meiner Liebe hin? In Verlegenheit wird es

die junge Dame bringen, wenn ich mein Incognito abſtreife, ſagte Bollhorn in ſeinem Briefe. Konnte er nicht Recht haben? Ich entſann mich jetzt, daß Bollhorn einſt zu mir geſagt hatre: Ihr Weg führt Sie hier ab. Woher wußte er meine Wohnung? Kein Andrer, als Bollhorn hatte den Brief geſchrieben. Sollte er aber Laura nicht ſchon längſt über mich und meine Verhältniſſe aufgeklärt und darin eine Gelegenheit erblickt haben, mich in ihren Augen herab⸗ zuſetzen? Und Laura hatte mir Nichts geſagt? Wenn ſie