Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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ſchehen war und kein eiferſüchtiger Gedanke war mir bei⸗ gekommen. Tauſend bühnengerechte Küſſe aber hätte ich ihm eher vergeben, als einen einzigen Schritt in das häus⸗ liche Heiligthum der Künſtlerin.— Ich fing an, ihn zu haſſen. Mein verſöhnliches Gemüth war immer bereit, einen Uebergriff ſchnell wieder zurück zu nehmen, aber hier ſchwieg es ſtille, denn es entging mir nicht, daß mein Haß von Bollhorn erwiedert wurde.

Nie war zwiſchen Laura und mir das Geſpräch auf Bollhorn gekommen. Zehn Jahre meines Lebens hätte ich darum gegeben, Laura mit keinem Blicke, mit keinem weichen Tone verrathen zu haben, daß ich neben der Be⸗ wunderung für die Künſtlerin auch nur die kleinſte Leiden⸗ ſchaft für das Weib hege. Denn ich war mir nur zu deutlich bewußt, daß ſelbſt die Braut ihrem Verlobten einen Theil ihrer Zärtlichkeit entzieht, wenn ſie von Zeugen umgeben iſt, die die leeren Albumblätter der Huldigungen vollends füllen könnten. Um wie viel wahrſcheinlicher war es, daß Laura während meiner Abweſenheit weniger kalt gegen Bollhorn war, als ſie es zu ſein ſchien?

Ich hing oft trüben Gedanken nach. Daß Laura von Bollhorn geliebt wurde lag außer allem Zweifel. Am meiſten ſchlug mich das Bewußtſein nieder, daß ich kein Recht zu haben glaubte, neben Bollhorn um Laura's Liebe zu werben. Er war mir an Jahren bedeutend überlegen

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