Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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Aehnlichkeit zwiſchen uns Beiden iſt aber frappant, denn Mama ſelbſt hat einſt die junge Dame für ihre Tochter angeſehn.“ 8

„Laura! rief ich, als ich ſie an mir vorübergehen ſah,“ unterbrach Madame Braag ihre Tochter,„ſie wandte ſich nach mir um und nickte mir freundlich zu, da ſie ſich wahrſcheinlich von den übrigen Penſionärinnen nicht trennen durfte. Ich entſann mich, daß meine Tochter in der Thea⸗ terprobe war, und dies, ſowie die Kleidung und die Umgebungen der Penſionärin verhinderten ein größeres Mißverſtändniß.“—

„Sonderbar,“ ſagte ich und wagte einen Blick auf Laura zu werfen.

Ich hätte ihr noch mehr Geſchichten von täuſchender Aehnlichkeit erzählen, ich hätte ihr ſagen mögen, daß ſie früher Amine geheißen habe, und hätte ſie von ihrem Stuhle, auf den die reizenden Formen ihrer Geſtalt wie hingegoſſen ſchienen, an mein Herz reißen und ihren Mund mit tauſend Küſſen bedecken mögen. Es wurde mir zu Muthe, als wäre ich von einem glücklich erreichten Ziele plötzlich zurückgeſchleudert worden und ſtände jetzt erſt wieder auf dem Anfangspunkte meines Strebens. Ich verwünſchte meine Phantaſie, ich verwünſchte die Wirk⸗ lichkeit, und die Einrichtung der Welt kam mir vor wie eine Laune, eine Grille.