Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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Blumen und Schlingpflanzen, inmitten einer Einrichtung, in welcher harmloſer Luxus mit überraſchender Einfachheit abwechſelte— empfing mich die Mutter der Künſtlerin, eine liebenswürdige alte Dame, ſo wenig ſie auch ihrer Tochter ähnlich ſah. Ich ſah ihr, als ſie mir die Hand zum Willkommen drückte, deutlich an, wie ein Ueberein⸗ kommen ſie band, über das zu ſchweigen, was ihre Mienen bewegte. Laura nahm mir Hut und Stock ab und führte mich an das Sopha, wo ich, ehe ich mir's verſah, ſo tief einſank, daß ich im erſten Moment mein Kinn mit der Tiſchplatte eine Linie bilden ſah und mir deshalb ſehr lächerlich vorkam. Trotzdem hätte ich in dieſem Augen⸗ blicke, verſunken in den Anblick Laura's, die einen Ring an ihrem Finger drehend, in rührender Einfachheit und doch im ſtrahlenden Glanze ihrer Schönheit ſeitwärts ſtand— ein Lobgeſang auf die Schöpfung— gern ſterben wollen und wäre es der Lohn für ein hundertjähriges mühevolles Daſein geweſen.

„Was habe ich mir von Ihnen für Vorſtellungen ge⸗ macht!“ ſagte die Darſtellerin der Lady Macbeth und nahm auf einem Stuhle mir gegenüber neben der Mamma Platz,„eine Zeit lang glaubte ich Sie in der Perſon eines alten ehrwürdigen Herrn mit ſilbernen Locken und mit furchtbar ernſten Zügen zu errathen, dem ich oft in der

Nähe des Redaktionsbureau's begegnete. Bald aber kam

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