Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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an der Bühne genommen, ſie konnte mich, wenn der Zu⸗ fall ihr Auge irgend auf mich lenkte, deutlich erkennen; ein kleines, wenn noch ſo winziges Merkmal der Wieder⸗ erkennung mußte in ihrem Auge zucken, wenn ſie mich anſah. Jetzt trat ſie auf, ſie hatte ausgeſprochen, ſie hat eine längere Pauſe, flüchtig gleitet ihr ſchöner Blick über das Auditorium, ſie wandelt auf und ab und kommt mir ſo nah, daß ſie mein leiſeſtes Flüſtern hören könnte. Ich nehme die ganze Schärfe meiner Sehkraft zuſammen, mein Auge haftet an dem ihrigen, ſie wendet den Blick auf mich ich bin ihr fremd, ſo fremd wie mein Taſchenmeſſer; ſie ſah mich an wie einen Punkt, auf dem das Auge weilt, weil es irgend wohin doch ſehen muß, ſo lange es ſich nicht ſchließt.

Das kann die Penſionärin nicht ſein oder geht die Bühnenkunſt ſo weit? Ich gab mich, nachdem ich alle Möglichkeiten der Welt zuſammencombinirt hatte, der Vermuthung hin, daß die Penſionärin nur eine Doppel⸗ gängerin der jungen Darſtellerin, vielleicht ihre leibliche Schweſter ſei. Da meine Sehnſucht aber, der angebeteten Künſtlerin ein Mal im Sonnenlichte, auf der Bühne des Alltagslebens zu begegnen, vom Zufall nicht begünſtigt wurde, ſo ſuchte ich bei der Penſionärin Erſatz dafür und lauerte ihr, ſo oft es meine Zeit erlaubte, in der Nähe des Inſtituts auf, wo ſie ſich denn auch immer unfehlbar