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Ich blieb verdonnert ſtehen und blickte ihr nach, wäh⸗ rend ſich die bunte Schlange vollends an mir vorüberwand. Trotz eines mißbilligenden Blicks, der unter der blauen Brille zu mir herüberſchoß, kehrte ich um, und folgte in einiger Entfernung der Karawane. Ich mußte lange wandern, bis ſich die ſchimmernden Hüte und die wehenden Schleier endlich in dem Thorwege eines großen Gebäudes verloren, aus deſſen geöffneten Fenſtern Muſik und Geſang her⸗ abtönte.
Welch unbegreiflicher Zuſammenhang! Eine junge Schauſpielerin in den Reihen eines Penſionats? Eine ſtrenggehaltene Penſionärin auf den Brettern einer öffent⸗ lichen Bühne? Es war ein Penſionat, das ſtand mit großen eingemeißelten Buchſtaben über der Thür des Hauſes, keine Muſikſchule, kein dramatiſches Kunſtinſtitut — eine Erziehungsanſtalt mit allen ihren klöſterlichen Reizen, eine Anſtalt für die Heranbildung des muſter⸗ gültigen Weibes.
Ich ſtand am nächſten Tage wieder in der Nähe des
Thores und ſah die Penſionärinnen und unter ihnen meine
geträumte Gattin, meine Bühnenheldin an mir vorüber⸗ ſchreiten und am ſelben Abend ſah ich ſie Theater ſpielen. Es war daſſelbe große, ſchwarze Auge, dieſelbe edle Stirne, über der ſich die ſchwarze Nacht der Haare ausbreitete, dieſelbe ätheriſche Geſtalt. Ich hatte mir einen Platz dicht


