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ja das war Amine, wie ich ſie mir nach Marryat's Be⸗ ſchreibung geſchaffen hatte, ſie war wirklich da, ſie lebte— Fleiſch und Blut— aber ſie ſaß nicht mehr an meinem Schreibtiſche neben mir, ſie theilte nicht mehr mein einſa⸗ mes Lager— ſie wohnte in irgend einem ſtillen Hauſe, in einem Landhauſe der Vorſtadt, unter Blumen, ſie ſaß bei einem Stickrahmen, ſie ſtudirte ihre Rollen und in müſſigen Augenblicken ſaß ein zahmer Canarienvogel auf ihrem Nacken und pickte von einem Stückchen Zucker, den ihre ſüßen Lippen feſthielten.
Aus meinem geträumten Eheleben war jetzt eine poſi⸗ tive Sehnſucht geworden, die mich in einen Zuſtand der Hoffnungsloſigkeit verſetzte, weil ich mir bewußt war, daß die junge Künſtlerin von meinem Daſein ſo wenig ahnte als von meiner Leidenſchaft für ſie.
Als ich an der nächſten Straßenecke ihren Namen wieder auf dem Zettel las— wieder eine untergeord⸗ nete Rolle— da beſchloß ich auf alle Fälle wieder in's Theater zu gehen. Daß heute mein Sonntag nicht war, daß überhaupt heute Donnerſtag war, konnte mich wenig rühren. Ich verübte die erſte frevelhafte That in meinem Leben und verübte ſie, als hätte ich überhaupt nie andre Thaten begangen: ich ging unter dem Vorſchützen, unwohl zu ſein, hinauf in meine Kammer, kleidete mich um und eilte fort, nachdem ich für ein und alle Male mir den Haus⸗


