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beth und ich nahm mit meiner ganzen Seele Theil an dem Guten und Böſen, an den entſtehenden Widerſprüchen und ihrer Löſung und nur mit dem größten Widerwillen ver⸗ ließ ich nach Schluß der Vorſtellung die klaſſiſchen Räume, um in das Altagsleben zurückzukehren. Ich nahm einen gewaltigen Eindruck, einen neuen Geiſt mit nach Hauſe— und noch Etwas: zwei ſchwarze Augen, die mich aus dem idealſten Geſicht angeglüht hatten. Sie wichen nicht wieder von mir dieſe Augen, ſie verließ mich nie wieder, dieſe edle Geſtalt, dieſer weiße Schnee, der ſich über die elaſtiſchen Formen ausbreitete, das nachtſchwarze Haar, von dem der weiße Schleier auf die Erde floß, Geſtalt und Glieder in ein durchſichtiges Geheimniß hüllend— der weiße Schleier der Kammerfrau der Lady Macbeth. Aus dieſer Er⸗ ſcheinung ſprach ein reiches innres Leben, ſie war nicht nur ſchön, ſondern ſie war auch eine Fee: Entſetzen malte ſich in ihrem Auge, das nach der ſchlafwandelnden Lady Macbeth blickte, und mehr als die Erſcheinung der Letzteren ſelbſt, machten die Worte der jugendlichen Kammerfrau ſchaudern:
„Seht! ſeht! da kommt ſie.“
In der bebenden Stimme verbarg ſich die Kraft und Fülle einer männlichen Bruſt, und doch auch der Schmelz weicher Laute, wie ſie nur dem Weibe zu Gebote ſtehen.
Was hätte dieſe Fräulein Braag, wie ſie auf dem


