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Schulzeit nie ausgeübt habe. Und jetzt ſtand ich vor ihnen und— ich finde wahrhaftig keinen beſcheidenern Ausdruck, wenn ich bei der Wahrheit bleiben ſoll— überſtrahlte ſie Alle mit dem Lichte meines Geiſtes. Es leidet faſt jeder Beruf an Einſeitigkeit, der ſtolze Kaufmann aber pflegt dieſe Einſeitigkeit, und ich hatte Gelegenheit, das ſchnelle Gedeihen der aus dieſer Pflege hervorgehenden Früchte an meinen Mitſchülern zu bewundern.
Die Handelsſchule war mir willkommen; obgleich ich mir auf der Schulbank nicht recht gefallen wollte, ſo zog ich ſie doch bei weitem dem Ladentiſche vor, von dem ich mich nun täglich auf einige Stunden trennen durfte.
Mein Vetter enthob mich endlich meiner Funktionen hinter dem Ladentiſche und übertrug mir die Comptoir⸗ arbeiten, die zeither ein Commis beſorgt hatte. Als Aner⸗ kennung für meine erhöhten Leiſtungen erhielt ich am nächſten Weihnachtsfeſte zwei Friedrichsd'or und die Er⸗ laubniß, einen Sonntag um den andern ausgehen zu dürfen. So kam es, daß ich eines Sonntags das Theater beſuchte. Ich war als Knabe von meinem Vater oft in das Theater geführt worden, daher war es mir nichts Neues. Niemals aber hatte ich mich dafür begeiſtern können; der größte Aufwand in Coſtümen und Decorationen, die überraſchend⸗ ſten Wirkungen der Maſchinerie blieben weit hinter meiner Fantaſie zurück. Hier konnte man auf keiner Gondel die


