Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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ſelbſt oder Andere zu ſein und bin daher ein guter Menſch geworden. Mein Vater war eine ſehr poetiſche Natur. Tüchtig in ſeinem nüchternen, ſchweren Berufe war er fromm wie ein Kind und des Sonntags, wo er zu meiner großen Freude bei uns zu Hauſe blieb, ſcholl das trauliche Zimmer von ſeinen Liedern. Unter den Mährchen von der ſchönen Meluſine, vom Vogel Rock, von Rieſen und Zwergen, nnter heitern und ſchauerlichen Erzählungen aus der Kriegszeit, in der mein Vater ſeine Jugend verlebt hatte, unter dem beſtändigen Wechſel unſres Aufenthalts, der bald hierhin bald dorthin verlegt wurde und mich fort⸗ während mit neuen Straßen, neuen Spaziergängen, neuen Hausgenoſſen und als ich älter wurde, auch mit neuen

Lehrern und Mitſchülern in Berührung brachte unter

dieſen vielfachen Eindrücken wuchs ich auf. Nach dem Tode meiner Eltern nahm ſich ein ſehr wohlhabender weitläufiger Verwandter meiner an. Er beſaß in einer großen ſüd⸗ deutſchen Stadt ein Colonialwaarengeſchäft und dort er⸗ lernte ich die Handlung: das heißt am Tage ſtand ich hin⸗ term Ladentiſche und des Nachts ſchlief ich in einer Dach⸗ kammer. Wenn ich ſagen wollte, es hätte oben herein geregnet oder geſchneit oder der Wind wäre durch morſche Stellen hereingedrungen, ſo müßte ich lügen. Mein Vetter war ſtreng, er war auch geizig, ohne eine dieſer beiden Eigen⸗

ſchaften vor mir zu verhehlen. Ich hatt viele Arbeit, keine