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dienten andre Melodien zur Folie. Nur Eins fühlte ſie heraus: daß man ſchweigen müſſe.
Madame Marinelli lauſchte mit Aufmerkſamkeit. Auch ihr Ohr war an andre Melodien gewöhnt, aber die Zauberin am Flügel war ihr Kind, auf das ſie mit liebe⸗ vollem Stolze hinſchaute, und es war, als hätte die Macht der Sympathie bei der Muſe der Töne ein gutes Wort für die Mutter eingelegt und dieſer die Vergünſtigung verſchafft, das Geheimniß der Tonſchöpfung, wenn auch nicht zu verſtehen, ſo doch zu ahnen. Wenigſtens wünſchte ſich Madame Marinelli in dieſer Stunde ihre Jugend zurück, um das erlernen zu können, was Laura gelernt hatte, denn es drängte ſich ihr die Gewißheit auf, daß es in dem Leben noch ein Leben giebt, ein Leben, daß ſie ihrer Tochter nicht hatte geben können.
Wer war Beethoven geweſen? Sein Name ging von Mund zu Mund und auch in Mariannen's Ohr hatte er ſich hinein geſtohlen.
Irgend ein hervorragender Geiſt war er— ein Staatsmann, ein Dichter, ein Künſtler.
Jetzt hörte ſie's aus Laura's Munde, daß er es war, der die eben verrauſchten Töne aus der Welt der Ahnungen herauf gelockt hatte— das war Beethoven, und Madame Marinelli ſtrich ihrer Tochter das ſchwarze, weiche Haar und ſagte mit ſinnendem Kopfſchütteln:„Solch' ein Mann!“


