Da ging ſie zögernd an das Inſtrument, eine hohe Röthe flammte über ihr ſchönes Antlitz und ſie ſetzte ſich und griff in die Taſten.
Alles lauſchte ſtill und in Mahlmann ging eine Welt von Empfindungen und Träumen auf, als Laura mit einer Gefühlswärme, welche der virtuoſen Technik der kleinen, weißen Hände vollkommen die Bewunderung entzog, eine Sonate von Beethoven vortrug.
Froſt ſaß am Fenſter, hatte die Gardine etwas zurück geſchoben und blickte in die Abenddämmerung, die ihre Schatten über den ſtillen Park ausbreitete. Langſam vor⸗ rückend wagte ſich das Mondenlicht in die ſchwarzen Zau⸗ 3 berkreiſe der Schatten und ſchlich leuchtend darüber hinweg, aus einem in den andern, und wieder ſtanden die Schat⸗ ten da.
Trotzig ſchien ſich der Zauber draußen zu ſchließen, ſo oft die Töne im Salon verſtummten, und wie im ge⸗ heimen Einverſtändniß mit der Muſik begann draußen wieder ein Wandeln, ſobald die Saiten erklangen.
Froſt’s Ring blitzte golden wieder im Glanze der Lichter und Fräulein Steinwald hielt unverwandt ihren Blick darauf geheftet. Die Sprache, die bald laut, bald leiſe den Raum durchrauſchte, verſtand ſie nicht. Ge⸗ danken ahnte ſie nicht in der Muſik und ihrem Gefühle


