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„Die Hoffnung, Sie wiederzuſehen, hat mich nie ver⸗ laſſen, ſie hat mich bis hierher begleitet, wo eine wunder⸗ bare Fügung uns zuſammenführt! Verzeihen Sie mir, daß dieſer Ort, in welchen Sie das Schickſal führte, meine Heimath iſt.“ 3
Aus Froſt's Augen brachen Thränen, und auch Laura vermochte den Ausbruch einer tiefen gewaltſamen Em⸗ pfindung nicht länger zurückzuhalten— wie Morgenthau funkelten die perlenden Thränen aus ihren Augen.
Froſt wandte den Blick von ihr ab und ſagte mit wieder gewonnener Faſſung:„Ich ahne, daß Sie Laura Marinelli ſind.“
Laura nickte bejahend. Dann ging ſie einige Mal auf und nieder, blieb endlich wieder vor Froſt ſtehen und
agte:
iig„Ich hörte Mahlmann oft Ihren Namen nennen; zufällige Aeußerungen aus ſeinem Munde ſtimmten mit Allem überein, was ich von Ihnen und Ihrem Schickſale wußte. Faſt blieb mir kein Zweifel mehr übrig. Ich wußte, daß Sie heute zurückkommen und Ihre erſten Schritte hierher lenken würden. Es ließ mir keine Ruhe — ich mußte Ihnen die erſte Ueberraſchung des Wieder⸗ erkennens abzunehmen ſuchen, ehe Leute Zeugen davon wurden, denen unſere frühern Beziehungen unbekannt ſind.“
„Ich danke Ihnen für dieſe Rückſicht von ganzem
1859. VI. Der beſeelte Schatten. I. 1


