Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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ſtimmungen eines Mädchens inzwiſchen allerlei Betrach⸗ tungen angeſtellt hatte.

Tückiſche Krankheit! Du gleichſt den Belagerern einer Feſtung, die nach langen, grauſamen Angriffen endlich ihre Zelte abbrechen und unter weithin ſ ſchallenden Klängen mit Sack und Pach und mit allen Geſchützen abziehen und die müde gequälten Bürger ſchonend hinter ſich laſſen um in finſt'rer Nacht wiederzukehren und durch einen Sturm, wilder als je, die Feſtung zu überfallen.

Unerwartet wandte ſich Mahlmann's Krankheit, die ſchon im Schwinden begriffen ſchien, noch einmal um und raſte mit feſſelloſer Wuth durch alle Sinne ihres Opfers. Es brachen ſchlimme Tage über Mahlmann herein! Es kamen Tage, wo die Kunſt der Aerzte die Waffen hoff⸗ nungslos wegwarf und der Natur allein den Kampf mit dem Tode überließ wo kleinmüthig alle Räder des großen Werks, deren Seele Mahlmann war, ſtillſtanden, wo in einem anmuthigen Gebäude der Stadt die ſchwarzen Läden geſchloſſen waren, wo tauſend Hände muthlos feierten, wo Herde erkalteten, von dunſ ſonſt unbezwingbar ſcheinende Feuerſäulen emporgeſtiegen waren, Tage, wo tauſend dankerfüllte Herzen trauerten!

Von dieſen Tagen und Nächten weiß Mahlmann das wenigſte. Vor ſeinen Augen dämmerte nur zuweilen ein ſchönes bleiches Bild, zwei thränenumflorte dunkle